Unsere Petition zum Bestandsschutz vom 28. Feb. 2010 wurde bearbetet und beantwortet

sie trägt die Nummer 14/04474 beim Landtag von Baden-Württemberg.

Hier noch einmal der Wortlaut der Petition:

Petition Bestandsschutz

Dass die Petition berechtigt war, wurde uns durch ein Bestätigungsschreiben am

30. März 2010 mitgeteilt.

Bestätigungsschreiben

am 13.10.2010 erhielten wir den Bescheid, dass über die Petition verhandelt und entschieden wurde

Protokoll des Landtages von Baden Württemberg, Drucksache 14/6952, Punkt 16

Petition 14/4475, Antwort

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass für die Anwohner keinen Bestandsschutz gibt, der Erweiterungen des Flughafens verhindern würde.

Es gibt aber auch keinen Bestandschutz für den Flughafen, der über die aktuellen luftrechtlichen Genehmigungen hinausginge, diese Genehmigungen stellen also keine absolute Rechtssicherheit dar und sind jederzeit diskutierbar, bei entsprechenden Neuerkenntnissen, nachgewiesenen Verfahrensfehlern oder berechtigten Beschwerden können sie jederzeit auch zurückgenommen werden.

Leider wurde in unserer Petition versäumt, explizit darauf hinzuweisen dass es sich bei der Überschreitung des äquivalenten Dauerschallpegels von 62 dB(A) um Gesamtlärm handelt. Der Petitionsausschuß ging jedoch davon aus, dass es sich allein um Fluglärm handeln würde.

Hier wollen wir nicht weiter insistieren - denn das soll nicht unsere letzte Petition gewesen sein...

 

Zum Jahresabschluss 2010 ist es der Bürgervereinigung Schutz vor Lärm Friedrichshafen

gelungen

Herrn Prof. Dr. med. Eberhard Greiser,

Umwelt-Epidemiologe, Universität Bremen,

für Freitag, den 26.11.2010, 19.30 Uhr im

Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen

im Kapitän- Lehmann-Zimmer

zu einem Vortrag über die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm zu gewinnen.

Unter dem Titel

Lärm macht krank

wird Prof. Dr. Greiser in erständlicher Form über seine Forschungsergebnisse berichten. Er ist durch zahlreiche Studien auch in der Öffentlichkeit bekannt geworden und ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet.

Die Epidemiologie untersucht jene Faktoren, die zur Gesundheit und Krankheit von Individuen und Populationen beitragen.

Lärm ist eines der größten Umweltprobleme. Doch das Handeln der Verantwortlichen auf diese Erkenntnis lässt – trotz der gesetzlichen Verpflichtung zur Lärmaktionsplanung – noch zu wünschen übrig und wird den gesundheitlichen Belangen der Menschen nicht ausreichend gerecht. Mit dem Vortrag von Prof. Dr. Greiser wollen wir allen Interessierten die Gelegenheit geben, sich über das Thema Lärm und seine Auswirkungen auf den Menschen aus erster Hand zu informieren. Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit.

Auch ihre Freunde und Bekannten sind herzlich eingeladen sich sachkundig zu machen.

Auf Ihren Besuch und den Vortrag von Herrn Dr. Greiser freuen wir uns sehr und danken dem Bürgerverein für die Initiative.

Zur Vorab-Info hier ein Bericht aus dem ZDF

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/933750/Studie:-Fluglaerm-macht-krank

Weitere Links und Berichte zu Prof. Greiser finden Sie auf unserer Hp unter "Fluglärm und Gesundheit" und "Fluglärm in den Medien".

 

Bericht vom Vortrag:

Professor Greiser erläuterte anschaulich die Vor- und Herangehensweise seiner epidemiologischen Studie. Dabei wurden auch Zusammenhänge klarer und Ergebnisse erläutert. Die Zusammenhänge zwischen Fluglärm und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind augenfällig und nicht von der Hand zu weisen.

Professor Greiser berichtete aber auch in der anschliessenden Fragestunde davon, warum es aus heutiger Sicht fast unmöglich sein wird, dass seine alarmierenden Ergebnisse Einzug in die aktuelle Gesetzgebung mit viel zu hohen Grenzwerten Einzug finden, obwohl dies nicht nur als Vorsorgemaßnahme dringend geboten wäre.

Die aktuellen Grenzwerte im Gesetz zum Schutz von Fluglärm basieren auf der Fluglärmsynopse 2004 der Wissenschaftler Jansen, Scheuch und Griefhahn, deren Studien hierzu keine schlüssige Nachvollziehbarkeit aufweisen.

Diese Tatsache sollte für Flughafenanwohner ein alarmierendes Ergebnis sein und wird wohl nur durch einen politischen Machtwechsel eine entscheidende Richtungsänderung erfahren.

Bericht im Südkurier:

http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/friedrichshafen/Vom-Laerm-zum-Herzinfarkt;art372474,4603305

gleichzeitig auch ein kritischer Bericht vom ADV (Flugverkehrsverband) im Südkurier:

http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/friedrichshafen/Greisers-Studien-sind-umstritten;art372474,4603361

Wir müssen  heute eine traurige Nachricht veröffentlichen und Sie von Tod des langjährigen Präsidenten und Vizepräsidenten der Bundesvereinigung gegen Fluglärm, Joachim Hans Beckers, unterrichten. `Jochen` Beckers ist am 10. Januar für alle völlig unerwartet nach einem Sturz auf Glatteis verstorben.

Wir  sind tief betroffen von der Nachricht, verlieren wir doch mit ihm einen ausgewiesenen und über Deutschland hinaus hoch geachteten Fachmann - zudem einen liebenswerten Menschen mit außergewöhnlicher Energie und Schaffenskraft bis ins hohe Alter.

Evtl. zugedachte Spenden bitten wir mit dem Vermerk: Spende Beckers auf das Konto der Bundesvereinigung (Commerzbank Düsseldorf, BLZ 300 400 00, Konto-Nr.: 85 500 3000) zu überweisen. Die Spenden werden  für die Trauer-Anzeigen in der Presse und einen besonderen Beitrag zum Grabschmuck verwendet.

 Auf der BVF-Internetseite finden Sie ein Kondolenzbuch für einen persönlichen Eintrag unter dem http://www.fluglaerm.de/bvf/aktuelles/kondolenzbuch.php eingerichtet.

Die Interessengemeinschaft Einflugschneise stand mit Herrn Beckers bis zuletzt in intensivem Kontakt und hat viel Unterstützung und Hilfe erfahren.
In tiefer Trauer und mit grossem Dank

Interessengemeinschaft Einflugschneise

 


Nachruf der Bundesvereinigung gegen Fluglärm

 

Mit vollem Engagement gegen Fluglärm

Die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) trauert um ihren Vizepräsidenten Joachim Hans Beckers aus Ratingen, der plötzlich und unerwartet im Alter von 79 Jahren an den Folgen einesUnfalls gestorben ist. Mit ihm verlieren wir eine der profiliertesten Persönlichkeiten Deutschlands im Kampf gegen den Fluglärm, so der Präsident der Bundesvereinigung, Helmut Breidenbach.

Joachim Hans Beckers war vor über 40 Jahren Gründungsmitglied des Verbands und hat ihn in den folgenden Jahrzehnten als Präsident und Vizepräsident entscheidend geprägt und geführt. Er war maßgeblich beteiligt an der Entstehung des Gesetzes zum Schutz gegen Fluglärm 1971, in dem erstmals Schutzansprüche für die betroffene Bevölkerung formuliert wurden. Gleiches gilt für die Novellierung des Gesetzes, die sich seit der Beauftragung durch den Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages Ende 1997 über mehr als zehn Jahre und vier Bundesregierungen erstreckte. Neu aufgenommen wurde hier ein besonderer Schutz vor Fluglärm in der Nacht.

Joachim Hans Beckers repräsentierte als Vorsitzender des Dachverbands mehr als hundert über ganz Deutschland verteilte Fluglärmverbände und -initiativen sowie etwa 40 besonders vom Fluglärm betroffene Städte und Gemeinden.

Bis zuletzt war er zudem Generalsekretär der 1968 in Straßburg gegründeten Union Européenne contre les Nuisances des Avions (UECNA), dem europäischen Dachverband der nationalen Vereinigungen gegen Fluglärm, und fungierte damit als Kontaktstelle zwischen der europäischen und nationalen Gesetzgebung.

Letztes größeres Projekt ist hier die Begleitung der Umsetzung der europäischen Umgebungslärmrichtlinie in deutsches Recht. In der Folge müssen für alle Ballungsgebiete und Standorte von größeren Flughäfen die wesentlichen Lärmarten gemessen und kartiert werden und Aktionspläne zur Minderung des Lärms aufgestellt werden.

Joachim Hans Beckers gilt als ausgewiesener Fachmann vor allem für technische Fragen und war Mitglied in verschiedenen nationalen Gremien wie beim Deutschen Institut für Normung (DIN) in Berlin. Er vertrat die Bundesvereinigung gegen Fluglärm in mehreren an das Verkehrs- oder Umweltministerium des Bundes oder der Länder angegliederten Ausschüssen. Geschätzt wurde sein Rat auch als Mitglied in Fluglärmkommissionen an mehreren deutschen Flughäfen wie in Düsseldorf, Dortmund, Essen/Mülheim, Leipzig oder Dresden.

Joachim Hans Beckers verfasste über 50 Fachartikel zum Fluglärm und war Mitherausgeber eines Kompendiums über Fluglärmthemen und eines weiteren Fachbuchs über 40 Jahre Fluglärmbekämpfung in Deutschland.

Er war für uns selbst wie ein Kompendium und bis ins hohe Alter ein Vorbild an Einsatz im Ehrenamt – dafür erhielt er als besondere Anerkennung auch das Bundesverdienstkreuz. Wir werden ihn schmerzlich vermissen und verneigen uns mit hohem Respekt vor seiner Lebensleistung,

Helmut Breidenbach, Präsident der BVF


Aus aktuellem Anlass

(die Maschine nach Köln, planmässiger Abflug 19.35 startete am 20.12.2010 erst um 22.40, am 23.12 erst um 23.20, obwohl nach Aussage des Regierungspräsidiums Tübingen später als 23 Uhr keine Ausnahmegenehmigungen für Spätstarts mehr genehmigt werden sollten)

hier ein Link, der die Rechte der Passagiere bei Verspätungen gut und anschaulich zusammenfasst:

http://www.passagierrecht.de/

Selbstverständlich haben wir Verständnis für die Unwägbarkeiten der Witterung und die Nöte der Flugveranstalter und Passagiere.

... wenn im Gegenzug die Passagiere und Veranstalter Verständnis haben für die 6000 Menschen, die im unmittelbaren Umfeld der Einflugschneise Friedrichshafen leben, darunter auch Kinder allen Alters, die durch Überflüge von Strahlflugzeugen weit  unterhalb von 300 m aus dem ersten Schlaf gerissen werden.

Die Bürgerinitiativen und Arbeitskreise gegen Fluglärm, insbesondere in der Gegend um Mainz, rufen zu einer Demonstration auf, die sich gegen den explodierenden Lärm um den Frankfurter Flughafen herum richtet.

 

Aufruf zur Demonstration

Wann: 19. Februar 2011, 11:00 Uhr

Wo: HBf Mainz,

Kundgebung: Staatstheater ca.12:00 Uhr

  

 Das Flugblatt mit allen Informationen finden Sie unter folgendem Link:

Flugblatt zur Demonstration in Mainz

 


 

Das Plakat zur Veranstaltung können Sie unter folgendem Link abrufen:

Plakat zur Demonstration in Mainz

 

Wir möchten uns den Forderungen der Mainzer Bürgerinitiativen anschliessen, insbesondere jener, nur Politiker zu wählen, die sich für umfangreichen Lärmschutz einsetzen, der Lebensorte der Anwohner wieder lebbar machen.

 

Ein interessanter und zutreffender Beitrag des SWR unter dem Titel:

 

"Bürgerwut gegen Lärm"

Wird bei der Landtagswahl abgerechnet?

 

finden Sie unter dem folgenden Link (Videoverlinkung unter dem Beitrag)

http://www.swr.de/zur-sache-rheinland-pfalz/-/id=7446566/1j7fdhf/index.html     

 

Lärm macht krank -

es ist Zeit, dem zu begegnen!