Dass der Flughafen Friedrichshafen in einer denkbar ungünstigen Lage zur Stadt steht, ist mindestens seit 1989 offiziell bekannt. Die Anwohner tragen seit jeher die, Lärmlast des Flughafens, an 7 Tagen der Woche, 365 Tage im Jahr. Das "Lärmkontingent" das der Flughafen für sich beansprucht, beruht auf Studien, die an 61 gesunden Menschen vorgenommen wurden. Neue epidemologische Studien bestätigen jedoch, dass Fluglärm ein hohes Risiko für die Begünstigung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen in sich birgt. Das flughafennahe Löwental ist bereits mit einem Dauerschallpegel von 60 dB(A) durch B 31, Flugplatzstrasse und Bahn vorbelastet. Während der AERO-Messe herrscht ein Luftverkehrsaufkommen wie am Frankfurter Flughafen - ca. alle 30 Sekunden über Stunden hinweg - nur mit dem Unterschied, dass Deutschlands am höchsten belastete Gemeinde Raunheim in 4 km Entfernung vom Flughafen Frankfurt liegt. Lohnt es sich in der Einflugschneise überhaupt noch, in sein Haus zu investieren, wenn jeder investierte Euro nur noch 50 Cent wert ist? Entschädigung oder eine kapitalunschädliche Wegzugsmöglichkeit ist wohl von einem Flughafen, der kontinuierlich Millionenverluste schreibt, nicht zu erwarten. Da nehmen die Verantwortlichen wohl lieber ein um 14 % höheres Bluthochdruck-Risiko in Kauf. Hauptsache, es kann alles auf den Steuerzahler abgewälzt werden. Verlärmt, krank und ausgebeutet - ist das die Lebenszukunft, die Friedrichshafen seinen Bürgern bietet?


 

Es ist die Krux der lärmbetroffenen Anwohner, wenn ein Lärmverursacher sich sein Lärmkontingent selbst festlegen darf. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Luftverkehrswirtschaft sich jedes Lärmkontingent nimmt, das sie braucht. Anwohner in Friedrichshafen werden mit der immensen Lärmlast des Flughafens und insbesondere jetzt der Aero im Stich gelassen. Ebenfalls ausgeblendet wird die Tatsache, dass das Löwental bereits mit mindestens 60 dB(A) Dauerschallpegel durch B 31, Bahn und Kreisstrasse vorbelastet ist. Dass im Bereich Löwental und Bildesch die Anwohner dutzende Male täglich weit unterhalb der gesetzlich festgelegten Sicherheitsmindesthöhe von 300m überflogen werden, ist eine durch Start- und Landevorgang zwar legitimierte aber deswegen nicht minder belastende Zumutung. Durch die Millionenverluste des Flughafens müssen die Anwohner noch über den Umweg von Steuergeldern sich ihre eigene Gesundheitsgefährdung mitfinanzieren. Wann wird diesem Wahnsinn endlich ein Ende bereitet? Dass die Anwohner jemals eine kapitalunschädliche Wegzugsmöglichkeit bekommen, ist durch die bestenfalls erwarteten "schwarzen Nullen" des Flughafens wohl ausgeschlossen.